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Samstag, 16. November 2019

Das war ...

Unser Schulhund Lisa

Hallo liebe Kinder und liebe Eltern,

ich bin Lisa und ich gehe fast jeden Tag zur Schule. Lesen, schreiben und rechnen musste ich nicht lernen. Für mich sind ganz andere Dinge wichtig. Meine Lehrerin weiß da ganz genau Bescheid und hat sich um alles gekümmert. Ich musste lernen mit ganz vielen Kindern, mit viel Lärm und Hektik, mit plötzlich auftretenden lauten Geräuschen, mit herunterfallenden Dingen und vielem mehr in den unterschiedlichsten Situationen umzugehen. Das habe ich super gemacht und deshalb darf ich nun zur Grundschule „Am Egelpfuhl“ gehen. Darauf freue ich mich immer sehr, denn wer geht nicht gern zur Schule? Aber auch hier lerne ich keine Dinge die Menschen lernen müssen. Ich helfe den Kindern beim Lernen und in Problemsituationen. Manchmal helfe ich auch der Lehrerin und bringe ihr den Schwamm … naja, eigentlich würde ich ja viel lieber damit spielen – ihr spielt doch sicher auch sehr gerne liebe Kinder oder? ;-)



Von der Erfahrung zur Tat

Meine Lehrerin hatte vor ein paar Jahren großes Glück. Sie durfte in ihrer Ausbildung meinen großen Bruder schon mit in die Schule nehmen. Dort konnte sie unheimlich tolle Beobachtungen machen. Kinder die ganz doll sauer und wütend waren haben wieder gelächelt, wenn der Hund kam. Kinder die sich prügeln wollten (so was tut man ja nicht) haben lieber den Hund gestreichelt und sich unterhalten als sich weh zu tun. Kinder, die kaum zur Schule kamen, waren immer da, wenn mein Bruder in der Schule war. Sie durften den Hund im Unterricht streicheln und kamen gar nicht erst auf die Idee sich zu streiten – es gab ja auch keinen Grund!

 

Das war alles so schön, dass meine Lehrerin sich dachte, auch die Kinder von der Grundschule „Am Egelpfuhl“ brauchen einen Hund zur Verstärkung. Mein Bruder ist schon alt und kann so viel Lärm nicht mehr so gut ertragen, ihr wisst ja, Hunde hören viel besser als Menschen. Also musste ein neuer Hund gesucht werden. Sie machte sich also auf die Suche und fand MICH!!! Natürlich nicht in einer Spülmaschine, aber auf einem Bauernhof. Ihr habt ja sicher auch schon öfter komische Sachen gemacht nicht wahr? Seid ehrlich! ;-)



Wie ich in die Schule kam

Nachdem ich alles gelernt hatte, was ich für die Schule brauchte, konnte es losgehen. Ich habe alle um die Pfote gewickelt. Den Schulträger, die Lehrer, die Eltern und den Schulrat. Sie konnten mir einfach nicht widerstehen und haben sich entschieden, dass ich mit zur Schule darf! WAU oder WOW wie man in eurer Sprache sagt! Meine Arbeit konnte beginnen. Sehr eifrig kann ich es morgens kaum erwarten, bis die ersten Kinder endlich in die Schule stürmen. Alle wollen mich streicheln und mit mir kuscheln. Oft findet man einen großen Berg Kinder auf dem Fußboden und sieht mich gar nicht mehr. Kinder die traurig sind, finden wieder neuen Mut. Andere lesen mir etwas vor oder malen mir Bilder. Einige möchten mit mir spielen oder mein Bett zur nächsten Klasse tragen. Zu Kindern, die Angst haben gehe ich nur, wenn sie es wirklich wollen, denn ich möchte sie ja nicht erschrecken. Aber meistens schaffen wir es dann zusammen, dass auch sie mir bald ein Leckerchen geben und mich streicheln wollen. Allergien haben Kinder nicht gegen mich – aber ich habe ja auch keine Allergie gegen Kinder! Das wäre ja auch komisch. Stimmts?

 

Ein Problem habe ich leider immer noch, obwohl ich nun schon fast ein Jahr an der Schule bin. – NAMEN – Es ist so furchtbar schwer für mich, da ich ja auch eure Sprache nicht verstehe, mir zu merken, wer ihr seid. Da habe ich nur eine Chance. Ich muss an euch riechen. Ihr riecht alle anders und ich kann mir dann merken, wer ihr seid und ob ich euch schon kenne. Manchmal muss ich etwas länger überlegen, also länger an euch riechen, denn bei über 400 Schülern ist das nicht immer so leicht, wie ihr euch sicher denken könnt. Und einige von euch haben ja auch einen Hund zu Hause … das riecht noch interessanter, da fange ich dann gleich an zu träumen …