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Donnerstag, 21. Februar 2019

"Backen auf dem Pausenhof" Artikel von Michaela Kumkar, erschienen im Uckermark Kurier/Templiner Zeitung am 27.03.2013

Backen auf dem Pausenhof



Um 5.30 Uhr hatte Thomas Kolberg am Dienstag damit begonnen, seinen mobilen Backofen anzuheizen. Zwei Stunden braucht der, um auf die richtige Betriebstemperatur zu kommen, so der Fachmann. Der Bäckermeister hatte einen Außentermin: Beim Projekttag der Templiner Grundschule „Am Egelpfuhl“ belegte er gemeinsam mit Schülern verschiedener Klassen Pizzen, die anschließend auf dem Schulhof in den Ofen wanderten. Den Vollkornteig hatte Thomas Kolberg – sein Sohn Benjamin unterstützte ihn bei der Aktion – in seiner Backstube bereits vorbereitet. „Der Teig mag es, ein paar Stunden länger zu liegen, bevor er verarbeitet wird“, erklärte er beispielsweise den Mädchen und Jungen aus der Klasse 4c. Belegt wurden die Pizzen dann je nach Geschmack mit Tomatenmark, Käse, Champignons und Salami. Wer den Schülern zusah, der entdeckte schnell, dass der eine oder andere schon zu Hause beim Belegen geholfen hat. Lara hantierte beispielsweise geschickt mit allen Zutaten und achtete darauf, dass der Käse möglichst auf der runden Pizza und nicht auf dem Backpapier landete…
Am Backofen warfen die Viertklässler dann gemeinsam mit dem Bäckermeister einen Blick auf das Thermometer. 320 Grad zeigte es an, die ideale Temperatur für das Backwerk. „In zehn Minuten sollten sie fertig sein“, erklärte Thomas Kolberg. Während es hieß, sich etwas in Geduld zu üben, bestaunten einige der Schüler den alten Framo, auf dem der Backofen installiert ist. Damit jeder weiß, wohin er gehört, ist auf den Türen des Fahrerhauses ein altes Familienfoto angebracht. Es zeigt den Gründer der Bäckerei, Alfred Kolberg, erfuhr beispielsweise Benjamin. Viel Zeit blieb für diese Fachsimpelei nicht, dann mussten schon die ersten Pizzen aus dem Ofen geholt werden. Der Daumen bei den ersten Verkostern ging übrigens nach oben.
Zum ersten Mal machte Thomas Kolberg mit seinem mobilen Backofen an einer Grundschule Station. Beatrice Pilz, Schulleiterin der Egelpfuhl-Schule, hatte ihn gefragt, ob er so die beiden Projekttage vor den Osterferien mitgestalten würde. „Mit den jüngeren Schülern haben wir am Montag Osterhasen gebacken. Den von uns vorbereiteten Teig rollten die Kinder in der Schule aus. Sie waren auch begeistert bei der Sache. Den Größeren wollten wir etwas anderes anbieten und kamen dabei auf die Vollkornpizza“, erzählte der Bäckermeister.
Für ihn bedeutet ein solcher Abstecher auch, „Kindern unseren Beruf und unser Handwerk näher zu bringen“, erklärte er. Und nicht zuletzt sei ihm wichtig, als Templiner Handwerker etwas für die Stadt zu tun. Deshalb kann er sich vorstellen, mit seinem mobilen Backofen auch auf dem Schulhof der Grundschule „Johann Wolfgang von Goethe“, die sich ebenfalls in städtischer Trägerschaft befindet, vorzufahren.


Fotos: Michaela Kumkar