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Donnerstag, 14. November 2019

"Templiner wollen Schulsozialarbeit, aber wer soll sie bezahlen? " Artikel von Michaela Kumkar, erschienen im Uckermark Kurier/Templiner Zeitung am 26.11.2013

Templiner wollen Schulsozialarbeit, aber wer soll sie bezahlen? Von Michaela Kumkar

Grundschüler sollen alle Hilfe bekommen, die sie brauchen. Nur die Frage nach dem Geld ist offen.

Templin. Lange genug ist schon darüber geredet worden, Schulsozialarbeit an der Goethe- und der Egelpfuhlschule zu ermöglichen. Jetzt will die Stadt Nägel mit Köpfen machen. Eine gute Nachricht, finden Beatrice Pilz, Schulleiterin der Egelpfuhlschule, und Sven Freundt, Vorsitzender der Elternkonferenz. An der Schule bemüht man sich schon lange um einen Schulsozialarbeiter. Denn die Einführung des Klassenrats, das Projekt „Streitschlichter" mit dem Jugendhaus „Villa", Verhaltenstraining und die Zusammenarbeit mit zwei Seniorinnen, die Schüler in Konf liktsituationen begleiten, können qualifizierte Schulsozialarbeit nicht ersetzen.

Für ihren Eigenanteil braucht die Stadt etwa 4000 Euro zusätzlich. Angesichts der Haushaltslage bleibt ihr nichts anderes übrig, als dafür die freiwillig seit Jahren gezahlten Zuschüsse für die Jugendarbeit von freien Trägern im Interesse von 600 Grundschülern zu kürzen, sagt Fachbereichsleiterin Ursula Heise. Gespräche darüber wurden mit der Evangelischen Kirchengemeinde Templin und dem Deutschen Roten Kreuz geführt. Allerdings seien beide überfordert, sofort auf so viel Geld zu verzichten.

Verständlich, wenn man am Ende eines Jahres erfährt, dass im nächsten weniger Geld zur Verfügung steht, finden Mitglieder des Bildungsausschusses wie Christian Hartphiel (SPD) und Birgit Bader (Bündnis 90/Grüne). Kritisch sieht Birgit Bader jedoch nicht nur das: „Ich kann nur davor warnen, mit einem Schnellschuss die Schulsozialarbeit in zwei Schulen mit verschiedenen Lehrerkollegien und Einzugsgebieten zu starten und gleichzeitig die bewährte Arbeit der freien Träger der Jugendhilfe zu gefährden."

Sie schlägt deshalb vor, 2014 die Schulsozialarbeiterstelle mit 30 bis 35 Stunden auszustatten. „Natürlich in der Schule mit der höchsten Schülerzahl und den schlechteren baulichen Bedingungen — also in der Egelpfuhlschule. Die dort gesammelten Erfahrungen sollen Ende des Schuljahres ausgewertet werden." Danach könne 2014/2015 die Stelle auf Vollzeit aufgestockt und auf die Goetheschule ausgedehnt werden.