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Freitag, 22. Februar 2019

"Verkehrserziehung auf der Theaterbühne" Artikel von Michaela Kumkar, erschienen im Uckermark Kurier/Templiner Zeitung am 11.12.2013



Von Michaela Kumkar
Was macht ein Zebra in einer Templiner Grundschule? Es will wissen, ob sich die Kinder gut mit Verkehrszeichen auskennen, ob ihre Fahrräder in Ordnung sind und wie man sich richtig verhält, wenn man mit dem Bus zur Schule fährt.
Templin. In der Märchenwelt ist vielleicht etwas los: Der Wolf tobt mit einem Fahrrad ohne Licht und Bremse durch die Gegend. Der Jäger hat sich die Inliner angeschnallt, aber den Schutz für Knie, Ellbogen, Hand und sogar den Helm vergessen. Die ach so schlaue Königin hat keine Ahnung, was eine Ampel ist. Da hat das Zebra, das sich mit all diesen Dingen auskennt, alle Hände voll zu tun, um wieder Ordnung zu schaffen. Und zum Glück helfen ihm die Erst- und Zweitklässler aus den Flexklassen der Templiner Grundschule „Am Egelpfuhl" dabei. Denen kann man nämlich auch kein X für ein U vormachen, wenn es um richtiges Verhalten im Straßenverkehr und im Schulbus geht: Im Bus wird nicht umher gelaufen, beim Einsteigen nicht gedrängelt und man muss auch erst die Leute aussteigen lassen, bevor es in den Bus geht, wissen viele von ihnen.

Zweitklässlerin Jasmin Dietrich kennt sich ganz genau damit aus. Sie fährt jeden Tag mit dem Bus von Storkow nach Templin zur Schule. „Ich weiß auch, dass man nicht so laut im Bus herumquackeln soll. Dann kann sich der Busfahrer nicht konzentrieren", so das Mädchen. Vanessa Woldt ist kein Bus-Kind. Wenn es warm ist, fährt sie mit dem Fahrrad zur Schule. Lampe, Bremse und Klingel müssen dran sein, so die Zweitklässlerin. „Mir haben beim Theaterstück am besten die schlaue Königin und der dicke Jäger gefallen, die waren sehr lustig." Verkehrserziehung auf ganz andere Art erleben die Kinder an diesem Vormittag in der Schule.

Das ZeBra-Projekt ist dort zu Gast, ein Angebot des brandenburgischen Verkehrsministeriums. Für Kinder der ersten bis dritten Klasse wurde ein neues Theaterstück entwickelt. Spielerisch soll damit Kindern das richtige Verhalten im Straßenverkehr erklärt werden. Das Interesse daran ist groß: Jedes Jahr bewerben sich viele Schulen um den Auftritt der Akteure. 25 wurden in diesem Jahr für das Gastspiel des ZeBra-Theaters ausgewählt. „Wir waren zum ersten Mal dabei", freut sich Beatrice Pilz, Leiterin der Egelpfuhl-Schule.

Gerald Pillkuhn, Pressesprecher in der Polizeiinspektion Uckermark, weiß, wie wichtig es ist, gerade mit jüngeren Schülern das richtige Verhalten im Straßenverkehr zu üben. „Da sind natürlich auch die Eltern gefragt, ebenso Hort und Freizeiteinrichtungen, die die Kinder besuchen." Um Unfällen vorzubeugen, gehört die Polizei zu den Partnern der Aktion Bus-Schule, kontrolliert regelmäßig die Fahrräder von Schülern. „Leider nimmt das Wissen, was alles zu einem verkehrssicheren Rad gehört, ab, je älter die Schüler werden", sagt er. Grund genug für die Polizei, am Ball zu bleiben.

Kontakt zum Autor m.kumkar@uckermarkkurier.de